Technische Antworten

Speicher nachrüsten: Was mit bestehender PV funktioniert

Speicher neben einem Fremd-Wechselrichter: AC-gekoppelt, DC-gekoppelt oder neuer Hybridwechselrichter – und was in Deutschland und Australien gilt.

Die meisten bestehenden PV-Anlagen lassen sich mit einem Speicher nachrüsten, ohne den Wechselrichter zu tauschen. Der übliche Weg ist ein AC-gekoppelter Speicher: Er hat einen eigenen Wechselrichter, wird AC-seitig neben der bestehenden Anlage angeschlossen und lädt über eine Messung am Netzanschluss mit dem Solarüberschuss, statt ihn einzuspeisen. Mit dem vorhandenen Wechselrichter muss er nicht kommunizieren; dessen Marke spielt deshalb eine kleinere Rolle, als viele denken. Ein Tausch gegen einen Hybridwechselrichter lohnt sich eher, wenn das alte Gerät das Ende seiner Lebensdauer erreicht oder wenn Speicher und neue Module an ein gemeinsames Gerät sollen.

Drei Wege zum Speicher

AC-gekoppelter SpeicherDC-gekoppelt am vorhandenen WechselrichterTausch gegen Hybridwechselrichter
Was dazukommtSpeicher mit eigenem Wechselrichter, AC-seitigBatterie an der DC-Seite des vorhandenen WechselrichtersNeuer Hybridwechselrichter mit Batterie
Vorhandener WechselrichterBleibt, wie er istMuss bereits ein Hybridgerät mit Batterieanschluss seinWird ausgebaut
Mit Fremd-WechselrichterJa, über die Messung am NetzanschlussNur mit Batterien, die dessen Hersteller freigibtEntfällt, er wird ersetzt
AnmeldungNeue Speichereinheit mit ihrem WechselrichterNeue Speichereinheit; Einstellungen am Wechselrichter können sich ändernNeuer Wechselrichter und Speichereinheit
Sinnvoll, wennder vorhandene Wechselrichter gut läuftder Wechselrichter „speicherbereit“ gekauft wurdeder Wechselrichter alt ist oder die Anlage wächst

AC-gekoppelt ist die flexibelste Lösung und funktioniert mit fast jedem vorhandenen netzgekoppelten Wechselrichter. Der Nachteil: Solarstrom, der in den Speicher geht, wird zusätzlich zweimal umgewandelt (AC zu DC beim Laden, DC zu AC beim Entladen). Dadurch geht etwas mehr verloren als bei einer DC-gekoppelten Lösung.

DC-gekoppelt am vorhandenen Wechselrichter geht nur, wenn dieser bereits ein Hybridgerät ist und die Batterie auf der Kompatibilitätsliste des Herstellers steht. Viele ältere Stringwechselrichter haben gar keinen Batterieanschluss.

Der Tausch gegen einen Hybridwechselrichter kostet zunächst mehr, ergibt aber ein Gerät für PV, Speicher und Notstrom. Das ist oft die richtige Wahl bei Anlagen, die zehn Jahre oder älter sind, oder wenn ohnehin weitere Module dazukommen.

Drei Wege zum Speicher
AC-gekoppelter Speicher
  1. Vorhandene Module
  2. Vorhandener Wechsel­richterSpeichermit eigenem Wechsel­richter
  3. Unter­verteilungLeistungen addieren sich
DC-gekoppelt am vorhandenen Wechsel­richter
  1. Vorhandene Module
  2. Vorhandener Hybrid­wechsel­richterSpeicherlaut Kompatibilitäts­liste
  3. Unter­verteilung
Tausch gegen einen Hybrid­wechsel­richter
  1. Vorhandene Module
  2. Neuer Hybrid­wechsel­richterSpeicher
  3. Unter­verteilungalter Wechsel­richter entfällt
Bei der AC-Kopplung bleibt der vorhandene Wechselrichter unverändert. Die beiden anderen Wege brauchen einen Hybridwechselrichter, einen vorhandenen oder einen neuen.

Wie ein AC-gekoppelter Speicher mit einem Fremd-Wechselrichter arbeitet

Das Speichersystem muss den vorhandenen Wechselrichter nicht steuern. Es arbeitet mit Messwerten:

  1. Ein Zähler oder Klappwandler (CTs) am Netzanschluss erkennen, ob das Haus Strom bezieht oder einspeist.
  2. Wird eingespeist, lädt der Speicher mit diesem Überschuss.
  3. Bezieht das Haus Strom, entlädt sich der Speicher und deckt den Bedarf bis zu seiner Nennleistung.

Der vorhandene Wechselrichter erzeugt weiter wie bisher. Daraus ergeben sich auch die Grenzen einer Nachrüstung:

  • Keine Steuerung des Fremd-Wechselrichters. Das neue System kann die Einspeisung senken, indem es den Speicher lädt. Einen Wechselrichter eines anderen Herstellers kann es aber weder abregeln noch umkonfigurieren. Braucht ein Standort eine feste Einspeisebegrenzung, prüfen Sie, ob der vorhandene Wechselrichter das selbst kann.
  • Notstrom läuft getrennt. Fällt das Netz aus, muss sich ein netzgekoppelter Wechselrichter abschalten (Inselnetzerkennung). Die vorhandenen Module liefern dann keinen Strom mehr. Die Notstromverbraucher laufen aus dem Speicher und aus Modulen, die direkt am neuen Speichergerät angeschlossen sind.
  • Leistungen addieren sich. Der neue Batteriewechselrichter und der vorhandene Wechselrichter können gleichzeitig einspeisen. Der Netzbetreiber betrachtet die gesamte installierte Wechselrichterleistung.
Zeigen Sie auf ein Bauteil oder tippen Sie es an, um zu sehen, was es tut. EnergyPilot misst den Netzanschluss und bis zu zwei vorhandene Wechselrichter; PowerCube, SolarCore und ChargeFlow lassen sich später ergänzen.

Was Sie vor dem Angebot prüfen sollten

  • Hersteller, Modell und Alter des vorhandenen Wechselrichters, ein- oder dreiphasig.
  • Den Netzanschluss: ein- oder dreiphasig, Hauptsicherung, eine mit dem Netzbetreiber bereits vereinbarte Einspeisebegrenzung.
  • Wo Zähler und Zählerschrank sind und ob Platz für Stromwandler und einen neuen Stromkreis ist.
  • Wo der Speicher stehen kann: innen oder außen, Abstände, Entfernung zum Zählerschrank.
  • Verbrauchsprofil und Tarif: Ein Speicher rechnet sich über den Verbrauch am Abend und in der Nacht, nicht über die Einspeisung.
  • Welche Verbraucher bei einem Stromausfall laufen sollen, wenn Notstrom gewünscht ist.

Ein Foto des Zählerschranks und des Typenschilds am Wechselrichter beantwortet die meisten dieser Fragen.

Deutschland: Anmeldung und Netzstrom im Speicher

  • Zuerst der Netzbetreiber. Ein nachgerüsteter Speicher verändert die Erzeugungsanlage hinter dem Netzanschluss. Die Elektrofachkraft meldet ihn deshalb vor der Inbetriebnahme beim örtlichen Netzbetreiber an. Der Netzbetreiber prüft die Einhaltung der technischen Anschlussregeln, insbesondere der VDE-AR-N 4105, und verlangt in der Regel das Einheitenzertifikat des Batteriewechselrichters.
  • Marktstammdatenregister. Ein Speicher ist eine eigene Einheit im MaStR, auch wenn er nachträglich zu einer bestehenden Anlage hinzukommt. Er muss innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme eingetragen werden, zusätzlich zum vorhandenen Eintrag der PV-Anlage.
  • Netzstrom und Einspeisevergütung. Bisher konnte ein Speicher, der neben Solarstrom auch Netzstrom lädt, die EEG-Vergütung für den zwischengespeicherten Solarstrom gefährden. Am 1. Oktober 2026 hat die Bundesnetzagentur die MiSpeL-Festlegung beschlossen. Danach dürfen Speicher mit Netz- und Solarstrom genutzt werden, und die EEG-Förderung für den gespeicherten erneuerbaren Anteil bleibt erhalten. Es gibt zwei Verfahren: die Abgrenzungsoption, die allen offensteht und in der Regel zwei Zähler braucht, und die einfachere Pauschaloption für Haushalte mit bis zu 30 kWp und einem Zähler. Die Pauschaloption kann erst genutzt werden, wenn die EU-Kommission die gesetzliche Grundlage beihilferechtlich genehmigt hat. Netz- und Messstellenbetreiber haben bis Ende September 2027 Zeit für die Umsetzung; bis dahin sind die Verfahren mit ihrem Einverständnis anwendbar.

Für eine Nachrüstung im Haushalt heißt das heute: Laden Sie den Speicher nur mit Solarstrom, solange Netz- und Messstellenbetreiber keinem MiSpeL-Verfahren für den Standort zugestimmt haben. Einen dynamischen Tarif mit Netzladung sollten Sie mit ihnen planen und nicht nachträglich einschalten.

Australien: Was ein nachgerüsteter Speicher erfüllen muss

Für Speicher, die Zertifikate im Small-scale Renewable Energy Scheme (Cheaper Home Batteries Program) erhalten sollen, verlangt der Clean Energy Regulator unter anderem:

  • einen neuen Speicher mit 5–100 kWh Nennkapazität, der auf der Liste zugelassener Batterien des Clean Energy Council steht;
  • die Einhaltung der AS/NZS 5139:2019 und der elektrischen Sicherheitsvorschriften des Bundesstaats oder Territoriums;
  • VPP-Fähigkeit bei netzgekoppelten Speichern;
  • die Installation durch einen bei Solar Accreditation Australia (SAA) akkreditierten Installateur mit Zusatzqualifikation für Speicher;
  • einen Speicher pro Standort.

Für Nachrüstungen stellt der Regulator klar: Die vorhandene PV-Anlage muss nicht auf der Produktliste des CEC stehen, aber die elektrischen Sicherheitsvorschriften des Bundesstaats oder Territoriums erfüllen. Nur der Wechselrichter, an den der Speicher angeschlossen ist, muss VPP-fähig sein; vorhandene Solarwechselrichter müssen es nicht.

Netzgekoppelte Wechselrichter müssen die AS/NZS 4777.2 erfüllen und auf die in der Region vorgeschriebenen Werte eingestellt sein; die Installation folgt der AS/NZS 4777.1. Ein nachgerüsteter Speicher verändert das Wechselrichtersystem am Netzanschlusspunkt. Der Installateur durchläuft deshalb vor der Inbetriebnahme das Anschlussverfahren des Verteilnetzbetreibers (DNSP). Die Anforderungen unterscheiden sich von Netz zu Netz.

Checkliste für Installateure und Händler

  1. Vorhandenen Wechselrichter bestimmen anhand des Typenschilds: Hersteller, Modell, Phasen, Alter.
  2. Kopplung wählen. AC-gekoppelt, wenn der Wechselrichter gut läuft; DC-gekoppelt nur mit Hybridwechselrichter und freigegebener Batterie; Tausch, wenn der Wechselrichter alt ist.
  3. Netzanschluss prüfen, ebenso eine vorhandene Einspeisebegrenzung und die gesamte Wechselrichterleistung nach der Nachrüstung.
  4. Stromwandler oder Zähler am Netzanschluss planen, dazu Aufstellort und Stromkreis des Speichers.
  5. Über Notstrom entscheiden und festlegen, welche Verbraucher an den Notstromkreis kommen.
  6. Zertifikate sammeln: Netzanschlusszertifikat des Batteriewechselrichters für den jeweiligen Markt, Sicherheitszertifikate der Batterie und Listungen, wo Förderprogramme sie verlangen.
  7. Anmelden: Netzbetreiber vor der Inbetriebnahme; in Deutschland das MaStR innerhalb eines Monats; in Australien das Verfahren des DNSP und die Unterlagen für das Förderprogramm.
  8. Erwartungen klären: Der vorhandene Wechselrichter wird überwacht, nicht gesteuert, und seine Module liefern bei Stromausfall keinen Strom.

Wie VaySunic unterstützen kann

VaySunic hat seinen Hauptsitz in Deutschland und entwickelt und fertigt Speicher, Hybrid-Mikrowechselrichter und Energiezähler in seinem Forschungs-, Entwicklungs- und Fertigungszentrum in Wuxi. Unsere Nachrüstlösung ist für Häuser gedacht, die bereits eine PV-Anlage eines anderen Herstellers haben:

  • Zuerst alles im Blick. Ein dreiphasiger EnergyPilot (VDG-EM-3) im Zählerschrank misst den Netzanschluss und bis zu zwei vorhandene Wechselrichter und zeigt Erzeugung, Verbrauch, Netzbezug und Einspeisung in einer App. Fremd-Wechselrichter werden überwacht, nicht gesteuert.
  • Speicher AC-seitig ergänzen. PowerCube wird neben der bestehenden Anlage angeschlossen, lädt mit dem Überschuss, den EnergyPilot am Netzanschluss erkennt, und lässt sich von 2,5 auf 27,5 kWh in Schritten von 5 kWh erweitern. Er hat einen Notstromausgang (EPS) mit bis zu 3.000 W und eigene Solareingänge für neue Module.
  • Oder den Wechselrichter tauschen. Der Hybrid-Mikrowechselrichter SolarHub mit 800 bis 3.000 W vereint PV, ein bis fünf VB5000D-Batteriemodule (5–25 kWh) und Notstrom in einem Gerät.

Die Kompatibilität prüfen wir je Projekt und veröffentlichen keine Herstellerliste. Senden Sie uns Hersteller und Modell des Wechselrichters, die Art des Netzanschlusses und ein Foto des Zählerschranks, und fragen Sie uns nach den aktuellen Zertifikaten für Ihren Markt. Kontaktieren Sie uns oder lesen Sie mehr über unser Händlerprogramm.

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